celsius-fahrenheit.net - ein Service von
brückentage.info

Besuchen Sie auch:
Link zu ps-kw.net
Neu: alternativ-tankstelle.de

Temperaturempfinden

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, ist das Temperaturempfinden der Menschen unzuverlässig und zudem sehr unterschiedlich. Vor allem wenn man sich im Freien aufhält, spielen neben der Temperatur noch einige andere meteorologische Größen und individuelle Gegebenheiten eine Rolle.

Wind

Der Wind ist wohl der entscheidendste Faktor dafür, dass das Temperaturempfinden nicht mit der tatsächlichen Lufttemperatur übereinstimmt. Jeder kennt das Gefühl, wenn man nach einem Bad im See wieder aus dem Wasser kommt und schon bei einer leichten Brise (nicht unbedingt unangenehm) zu frösteln beginnt. Jeder kennt auch den kühlenden Fahrtwind und früher ließen sich Könige und andere Würdenträger von ihrer Dienerschaft kühlende Luft zufächeln.

Luftfeuchtigkeit

Eine hohe Luftfeuchtigkeit macht hohe Temperaturen noch schwerer erträglich. Zum anderen kann man in Saunen mit geringer Luftfeuchtigkeit aber auch über einen gewissen Zeitraum Temperaturen von über 100°C ertragen. Wie sehr die Luftfeuchtigkeit die gefühlte Temperatur beeinflusst, lässt sich bei einem Aufguss in der Sauna sehr eindrucksvoll feststellen.

Bewölkungsgrad

Wenn man sich in der prallen Sonne aufhält, empfindet man die Luft deutlich wärmer als sie tatsächlich ist. Das hängt vor allem damit zusammen, dass man der Wärmestrahlung der Sonne direkt ausgesetzt ist.

Bekleidung

Es ist unmittelbar einsichtig, dass die Bekleidung für die Temperaturwahrnehmung von entscheidender Bedeutung ist.

Physiologie

Auch Körpergröße, die Körpermasse und damit zusammenhängend der Body-mass-index sind für das Temperaturempfinden wichtig. Ebenso die körperliche Anstrengung oder Belastung.

gefühlte Temperatur

Alle diese Dinge versuchen Wissenschaftler nun in ein Modell zu stopfen um nach Möglichkeit die gefühlte Temperatur berechnen zu können, was ja eigentlich schon ein Widerspruch in sich ist.

Die gefühlte Temperatur gibt an, welche Temperatur unter genau festgelegten Bedingungen (z.B. Windstille und ein Schattenplatz) herrschen müsste, um ein genau dieses Temperaturempfinden hervorzurufen.

Windchill

Bei niedrigen Temperaturen ist die Windchill-Temperatur eine gute Näherung für die gefühlte Temperatur, denn je geringer die Temperatur ist, umso größer ist der Einfluss der Windgeschwindigkeit auf das Temperaturempfinden. Wind ist sehr wirkungsvoll in der Lage, die vom menschlichen Körper abgegebene Wärme abzuführen, was im Sommer als angenehm empfunden wird, im Winter jedoch fatale Auswirkungen haben kann. Nach vielen Versuchen wurde eine empirische, das heißt auf Erfahrungen beruhende, Formel festgelegt. Mit dieser kann man zum Beispiel ermitteln, dass bei einer Windgeschwindigkeit von 20 km/h eine Umgebungstemperatur von 0°C bereits als -6°C empfunden wird.

Hitze-Index

Der Hitze-Index gibt die gefühlte Temperatur in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur und der Luftfeuchtigkeit an. Eine hohe Luftfeuchtigkeit verhindert das Abführen der Wärme durch das Schwitzen. Deshalb wird zum Beispiel eine Umgebungstemperatur von 30°C bei trockener Luft (Luftfeuchtigkeit 30%) als etwas kühler empfunden, während die gleiche Temperatur im Regenwald bei einer Luftfeuchtigkeit von 80% schon wie 38°C wahrgenommen wird.

Der Klima-Michel

Der deutsche Wetterdienst verwendet zur Berechnung der gefühlten Temperatur das Klima-Michel-Modell. Dabei wird versucht, die gefühlte Temperatur für einen 35jährigen, 75 kg schweren Mann mit einer Hautoberfläche von 1,9 m², der angepasst bekleidet schnellen Schrittes spazieren geht, zu berechnen.

Wohlbefinden

Der Körper reguliert seine Temperatur zu großen Teilen über den Blutkreislauf. Je weniger Wärme ein Mensch produzieren muss um nicht zu frieren und je weniger er zu schwitzen braucht, umso wohler fühlt er sich. Wohlbefinden in eine Formel zu pressen, klingt schon recht abenteuerlich, aber wenn man die gefühlte Temperatur, die im Wetterbericht angesagt wird, als zusätzlichen Bekleidungshinweis betrachtet, kann man zumindest keinen Schaden nehmen.